Sonntag, 31. Juli 2016

Wenn Bücher eine andere Realität vermitteln...

Zurzeit bin ich im Urlaub. Gemeinsam mit meinem Vater und meinem Bruder.
Das Hotel liegt direkt am Meer und es ist herrlich warm. Anders als in Deutschland (schätze ich mal).

Die meiste Zeit liege ich am Strand und lese, lese, lese. Habe das Buch "Von wegen Liebe" von Kody Keplinger (Buchvorlage zum Film 'Duff') innerhalb von zwei Tage durchgelesen und könnte heulen.
Nicht weil das Buch schlecht war (es hat genau meinem Schreibstil entsprochen und ich konnte nicht mit dem Lesen aufhören!!!), aber mir wurde mal wieder bewusst, wie entspannt es mit meinem Freund ist und wie wenig er mit den 'typischen' Romanprotagonisten gemein hat.
Manchmal wünschte ich mir, dass er ein wenig mehr Macho wäre. Damit meine ich nicht, dass er mich schlecht behandeln soll! Aber ein wenig mehr Ehrgeiz, ein wenig mehr Kampfeswillen, ein wenig mehr Coolness fände ich wirklich toll.

Wie schon oft gesagt ist mein Freund fast immer ein Schatz und ich kann mich auf ihn verlassen, ihm vertrauen und ich danke ihm dafür, dass er ein Typ der Marke 'lieber Kerl' ist.

So einen Freund hatten ich mir immer gewünscht, denn die wenigen Erfahrungen, die ich bis dato mit Kerlen gemacht hatte, waren quasi alle negativ. Und es handelte sich dabei meist um Machos, denen es egal war, wie es mir geht. Zwar will ich jetzt keinen falschen Eindruck vermitteln oder so, aber ich hatte meistens kam es mir so vor, als wollten diese Kerle lediglich mit mir prahlen; mich als Trophäe erobern und dann wieder wegwerfen. Gut, dass es immer beim Küssen geblieben ist, sonst würde ich mich wahrscheinlich noch benutzter fühlen.

Aber es ist schwer solche Bücher zwar sehr gerne zu lesen, aber gleichzeitig zu wissen, dass es nicht normal ist. Ich hätte sooo verdammt gerne mal einen Liebesbrief von meinem Freund bekommen. Oder Rosen geschenkt bekommen. Oder gesagt bekommen, dass er noch nie ein Mädchen so geliebt hat, wie mich (wohlgemerkt ich bin seine längste Beziehung).
Wie gesagt: er macht alles richtig.
Er sagt, dass er mich liebt, dass er in meiner Gegenwart glücklich ist, dass er mich glücklich sehen will.  Als Geschenke gab es Schokolade, Bücher, einen Gutschein für eine Nacht in Berlin oder Hamburg oder sonst wo...

Aber irgendwie fehlt mir etwas... Das Kribbeln beim Küssen... Das Brennen... Das Verlangen... Das Feuer... Die Sucht nach ihm... Alles schon länger vorbei... Aber ich liebe ihn trotzdem. Auf eine andere Art.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Wenn das Reden verschwindet...

Kurzgeschichte

'Guten Morgen! Aufstehen, Schätzchen!', rief meine Mutter in mein Zimmer und zog die Rollos hoch.
Ich wollte sie erst mal anbrüllen und darüber aufklären, dass es Samstag war und ich von der anstrengenden und langen Nacht noch zu erschöpft sei, um Aufzustehen. Doch als ich meine Hand hob, um meine Augen vor dem grellen Lichtschein zu schützen, geschah ... nichts. Meine Stimme versagte und in meinem Kopf dröhnte es. Wahrscheinlich hätte ich nicht die gesamte Nacht mit meinen Mädels durchmachen sollen, aber dieser Kerl, Mike oder Micha oder wie er hieß, war einfach verdammt schnuckelig gewesen. Nach der ersten gemeinsamen Zigarette spendierte er mir einen Cocktail nach dem anderen. Und küssen konnte er einfach nur genial. Wenn meine Freundinnen nicht gewesen wären, läge ich jetzt wahrscheinlich mit einem Filmriss in seinem Bett.

Deswegen schob ich meine fehlende Stimme auf eine Erkältung und ging erst mal ins Bad.
"Nach der heißen Dusche und einem Tee mit Zitrone wird es mir bestimmt wieder besser gehen.", sagte ich mir und verließ mit meinem kuscheligen Jogginganzug in der Hand das warme Bett.
Doch selbst nach einer Honig-Milch-Tassr und 3 Stunden Mittagsschlaf kehrte meine Stimme nicht zurück. Am Abendbrottisch kam statt "Butter" nur Gekrächze aus meinem Mund, woraufhin mich meine Mutter wieder ins Bett schickten.

Ähnlich verhielt es sich am darauffolgenden Sonntag: Selbst als meine Hals- und Kopfschmerzen gegen abend verschwanden, konnte ich immer noch nicht sprechen.
Auch als ich Montag in der Klasse stand und mich meine Freundinnen mit dem neusten Klatsch belagerten, kamen keine Worte über meine Lippen.

Mit den Tagen wurde ich immer wütender und fragte mich andauernd, was das sollte?! Wieso ich meine Stimme verloren hatte, obwohl ich mich in meinen Gedanken reden hören konnte. Der Hass stieg an und immer mehr Dinge fielen meiner Wut zu Opfer: Teller, Tassen, Besteck, mein Handy. Alles pfefferte ich in die Ecke, wenn ich mal wieder einen Anfall bekam und am liebsten laut geschrien hätte.
Ich war so deprimiert und heulte mich jeden Abend im den Schlaf. Ich wünschte mir nur, dass ich endlich wieder sprechen könnte.

Gemeinsam mit meiner älteren Schwester besuchte ich mehrere Ärzte, aber weder mein Hausarzt, noch die Fachärzte für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde konnte mir helfen.
Als ich mit dem 7. Arzt sprach, gab er mir den Ratschlag: "Sie sollten zu einem Psychologen gehen. Wenn ihre Beschwerden nicht körperlich bedingt sind, dann wahrscheinlich seelisch".

"Konnte das sein?", schrieb ich in mein Tagebuch. Früher hielt ich nichts vom Schreiben, aber in den Wochen ohne die Möglichkeit mich akustisch zu äußern, entdeckte ich das geschriebene Wort für mich neu. Es machte Spaß verschiedenste Sätze aus Worten zu bilden. Aus diesem Grund trug ich immer Block und Stift bei mir, um mir im Café etwas bestellen oder Ideen aufschreiben zu können.
Mir wurde auch immer öfter bewusst, dass ich früher, ohne darüber nachzudenken, gesprochen habe; einfach in Gespräche geplatzt war oder  unfreundliche Dinge geäußert habe.
Wahrscheinlich hört sich das komisch an, aber ich gewöhnte mich daran nicht sprechen zu können, denn ich hörte den Menschen mittlerweile lieber aufmerksam zu. Zwar gestaltete es sich schwierig mit meinen Freundinnen die obligatorische Mittagspause aktiv zu gestalten, aber ich bemerkte die feinsten Nuancen in ihren Stimmen und die sich verändernde Mimik in ihren Gesichtern.

Auch freundete ich mich mit einem Mitschüler an, der mir früher gar nicht aufgefallen war, weil auch er wenig sprach und sich im Unterricht zurückhielt. Ich genoss es meine wöchentliche Freistunde mit ihm zu verbringen, weil er seinen Hausaufgaben genauso nachkam - wie ich. Statt wie früher pausenlos mit Gerüchten um mich zu schlagen und die neusten Beautytrends mit anderen Mädels auszutauschen, nutzte ich die Zeit für Hausaufgaben. Ohne das ständige Getratsche fühlte ich mich ruhiger und auf mich konzentriert, auch wenn es schmerzte in meinem eigenen Körper wie gefangen zu sein.
Lars schien dies zu verstehen, denn er schrieb mir Zettel in der Freistunde, statt zu sprechen. Und so tauschten wir uns mit der Zeit nicht nur über Aufgaben aus...

Nach mehreren Terminen bei einer Psychologin, gelang es mir meine Stimme wieder zu bekommen. Es schien an einer stressbedingten Blockade gelegen zu haben, dass sich mir mein Körper verweigerte.

Und obwohl ich daraufhin endlich wieder aktiv am Quasselkreis in der Mittagspause teilnahm und endlich wieder richtig feiern gehen konnte, blieben Lars und ich Freunde.
Er wurde zu meinem Ruhepool, bei welchem ich auch mal schweigen konnte.

"Man lernt so viel, wenn man still ist und zuhört." -Sylvia Plath

Freitag, 22. Juli 2016

Wenn es sich zum Guten wendet

Mein Freund und ich... Es fühlt sich wieder fast so an wie frisch verliebt. Obwohl wir uns in den letzten Tagen mehrmals gefetzt haben...

Eines Abends fühlte ich mich erneut enttäuscht, dass er sich wenig gemeldet hatte und nicht fragte, ob wir uns sehen würden, weshalb ich ihm das schrieb.
Normalerweise würde ich solche Dinge und potenziellen Streitthemen niemals per WhatsApp regeln (meine Freundinnen haben mir oft genug gezeigt, dass das schlimm endet), aber es war mir einfach alles egal. So verletzt und unwichtig hatte ich mich gefühlt.
An diesem Tag ging es noch ein wenig hin und her, letztendlich haben wir uns dann aber eine gute Nacht gewünscht und es war wieder alles im Lot.

Am nächsten Abend fühlte ich mich wieder so enttäuscht, dass ich meinem Freund auf seine Frage "Was machst du morgen? Wähle aus" (er hatte daraufhin Smileys wie Kuchen, Schwimmen und Ähnliches aufgeführt) geantwortet: "Ich mache es so wie du: spontan etwas, was nichts mit dir zu tun hat."

Es war nämlich so, dass er sich spontan und recht spät mit einem Freund verabredet hatte, obwohl ich gehofft hatte, dass wir uns sehen würden.
Daraufhin entbrannte ein Streit, bei welchem wir uns zunächst Texte, dann Memos schickten und uns Luft machten. Er sagte mir, dass ich ihm zu oft Vorwürfe machen würde, dass er sich nicht melden würde. Dabei sähe er es genau anders herum, dass ich mich für die Beziehung nicht mehr interressieren würde.
Letztendlich heulte ich bei jeder seiner Antwort-Memos und selbst er schluchzte bei seiner letzten Memo (in unserer gesamten Zeit hat er lediglich ein mal geweint).

Und dann machte es in mir Klick. Ich war ihm gar nicht egal...
Also schnappte ich mir meine Klamotten und wollte zu ihm fahren. Während der Fahrt rief er 6 mal an und es tat mir richtig leid, dass ich nicht drangehen konnte.

Leider kam dann der Knall: Während ich einem anderen Auto geradeaus über die Kreuzung folgte, fuhr mir ein Linksabbieger in den Wagen. Ihr glaubt gar nicht, wie ich hätte schreien können! Nach Rücksprache mit meiner Mutter (sie fuhr zum Unfallort, die liebe Maus), rief sie die Polizei. 

Während wir auf die Polizei warteten, rief ich meinen Freund an und erklärte ihm die Situation. Es tat gut ihn zu hören, wie er mich versuchte zu beruhigen. Auch schrieb er mir später, nachdem die Polizei gekommen war und ich auflegte, dass er so lange wach bleiben würde, bis ich Zuhause sei.
Letztendlich war ich eindeutig nicht Schuld am Unfall, aber der Wagen ist nicht mehr fahrtüchtig. 😭

Nachdem ich später meinen Freund anrief und wir noch über eine Stunde telefonierten, verabredeten wir uns für den nächsten Tag nach meinem Sport.

Meine Mutter fuhr mich zu ihm und dort abends angekommen willigte er ein mit mir Sex and the City zu schauen. Das war richtig lieb von ihm, weil es sich ja um einen typischrn Frauenfilm handelt und er die Schauspielerinnen alle irgendwie unsympathisch findet (was ich natürlich nicht verstehen kann 😇).
Mittendrin brachen wir ab und quatschen ganz viel, auch über die Streitpunkte. Aber das war gut so.

Am nächsten Tag feierten wir unseren 22 Monatigen und gingen das erste mal schwimmen. Zuvor frühstücken wir ausgiebig und schaute dabei den Rest vom Film. Abends schauten wir den 2. Film und aßen dabei Wassermelone.
Insgesamt war es ein richtig schöner Tag!

Wobei wir uns abends noch ein mal stritten. Das lag aber vollkommen an mir, weil ich überreagiert hatte (Tage sei Dank 😑).
Aber nachdem er mich fragte:"Warum tust du das? Ich gebe doch mein Bestes." entschuldigte ich mich ganz oft bei ihm und schluchzte "Manchmal provoziere ich dich, weil ich das Gefühl habe, dass ich dir egal bin. Dann will ich lieber, dass du sauer bist, als gar nichts."
Dieser Streit war so unnötig...

Dafür waren wir aber am nächsten Tag mit Wolfgang in einer Bäckerei frühstücken und mein Freund brachte mich Zuhause zur Tür. Auch versprach er mir mich abends anzurufen und sagte, dass er mich lieben würde.

Es fühlt sich so schön an. Ein bisschen wie in unserer Anfangs-Zeit. 😍

Dienstag, 19. Juli 2016

Das Ich bis jetzt

Ich hoffe der Titel verwirrt nicht zu sehr... Es soll in diesem Post um meine 'Vorgeschichte' gehen. Einfach um für mich persönlich noch mal einen Abschluss zu machen.
Vorsicht: könnte triggern! Bitte nur lesen, wenn du psychisch stabil bist!

2012: Ich schätze, dass es in diesem Jahr mit den depressiven Verstimmungen angefangen hat. Damals war ich 15/ 16 und stellte mich selbst pausenlos in Frage. Fand meinen Körper zu fett, fühlte mich alleine und die Schule war für mich der reinste Druck. Am liebsten hätte ich den gesamten Tag im Bett verbracht und geweint. Hauptsache meine Ruhe haben.
Damals sprach mich eine Mitschülerin auf eine Freundin an, ob meine Freundin sich geritzt hätte. (Mit 'so etwas' hatte ich bis dato nie zu tun und als ich meine Freundin eine Woche vorher gefragt hatte, leugnete sie es und ich gab mich damit zu Frieden.) Da diese Mitschülerin so besorgt wirkte, fragte ich meine Freundin mehrmals nach ihren kleinen Wunden. Erst nach mehreren Tagen gab sie es zu sich geritzt zu haben und es nie wieder machen zu wollen.

Leider hatte ich in den Wintermonaten unfassbaren Liebeskummer, der sich bereits durch das gesamte Jahr gezogen hatte und so nahm ich eines Tages die Haarschere aus dem Bad und verletzte mir oberflächlich die Haut.
Ich weiß nicht mehr, wie es genau weiter ging, aber mit der Zeit schnitt ich fester und es fing an zu bluten.

2013: Es wurde zur Regelmäßigkeit, dass ich mich ins Bad einschloss und mich selbst verletzte. Es tat damals einfach gut und für mich schien es ein Ausweg zu sein aus dem Gedankenchaos in meinem Kopf.
So ging es immer weiter, wobei ich irgendwann auf ein Skalpell umgestiegen bin. Zum Leidwesen meiner Haut. Zusätzlich bekam ich eine Essstörung und fing an mich mit Ana-Blogs zu befassen. Meinen ersten Blog startete ich zum Abnehmen. Doch nachdem ich mehrere Wochen gar nichts mehr gegessen habe und mich über 400kcal am Tag aufgeregt habe, wechselte die Essstörung und plötzlich aß ich nur noch. Konnte nicht mehr aufhören.

Im späten Frühling wurde es jedoch immer wärmer und die Zeit der T-Shirts war gekommen. Ich nahm mir fest vor damit aufzuhören! An einem Wochenende war ich jedoch mit meinem Vater und meinem Bruder unterwegs und alles ging schief für mich. Ende der Geschichte: 3 fette Striche gemacht.

Aber ich hatte mir vorgekommen aufzuhören: also Jacke in der letzten Unterrichtsstunde ausgezogen -> ertappt von einer Klassenkameradin
Diese sprach mich zaghaft darauf an, erklärte, dass sie das früher auch getan habe und mir helfen wolle. Problem: der 'Liebeskummer-Typ' (Sven) hat es auch mitbekommen.
Von da an hatte ich vermehrt Kontakt mit ihm. Er schleifte mich zum Schulsozialarbeiter, begleitete mich aus den Unterrichtsstunden, wenn es mir schlecht ging und hörte mir zu.
So schön sich das anhört, aber ich war gefangen. Ich lechzte nach seiner Aufmerksamkeit, die ich nur bekam, wenn es mir schlecht ging. Dabei wollte ich wirklich aufhören und tat es dann doch nicht und ich fühlte mich noch schlechter und er war da und...
Das bereue ich so, so sehr!
Irgendwann ließ er mich fallen, hörte auf an mich zu glauben und war nur noch genervt.

Ich vertraute mich meiner Mutter an, doch die war überfordert und sagte bloß "dann hör doch auf". Ganz schlecht! Fetter Rückschlag, Schnitt um Schnitt an diesem Abend.

Nach den Sommerferien (ich hatte mir mittlerweile Rasierklingen besorgt) mit der Stufe auf Stufenfahrt. Irgendwie hatte ich es geschafft mit einem aus der Stufe zusammen zu kommen, weil ich in den Ferien so oft bei ihm war. Er machte mich irgendwie glücklich und ich vergaß Sven. Beide mit auf Stufenfahrt. Ich ständig zwischen den Seilen am Hängen, weil mein Freund unsere Beziehung nicht öffentlich machen wollte. Also viel mit Sven gemacht, er hat irgendwie auf mich aufgepasst und auf der Rückfahrt saß ich dann nur bei ihm im Bus (mein Freund wollte nicht, dass wir uns aneinander kuscheln). Aneinandergelehnt. Gemeinsam Musik gehört (was Kitschiges von Bruno Mars) und er zeigte mit ein Bild von einem küssenden Pärchen. Er wollte mich küssen!
Aber mein Freund. Das wäre Betrug. Das wollte ich nicht. Also auf Abstand.

Am Tag nach der Rückkehr Schlussgemacht. Aber statt mit Sven zusammen sein zu können: Ignoranz.
Ich war verzweifelt. Heulte tagelang und gab mir für alles die Schuld.

Im Herbst meiner Deutsch-LK Lehrerin alles im Verzweiflung erzählt und sie sagte zu mir: "Wenn du meine Tochter wärst, dann hätte ich dich schon längst in eine Klinik einweisen lassen."
Bis heute liebe ich sie dafür, denn sie hat mir die Augen geöffnet. Ich zweifelte an meinem festen Wunsch auf jeden Fall noch in diesem Schuljahr mein Abi machen zu wollen.

Also im Winter mit meiner Mutter gesprochen und beschlossen nach den Weihnachtsferien nach einer Klinik Ausschau zu halten.

2014: Gemeinsam mit meinen Eltern fuhren wir am Wochenende 3 Kliniken an. Überall fühlte ich mich unwohl und hatte Angst. Legte also alles in die Hände meiner Eltern. Zunächst ein erstes Gespräch. Dann mit meinem Hausarzt gesprochen und mich für 3 Monate krankschreiben lassen. Daraufhin mit meinem Stufenleiter gesprochen und alles in die Wege geleitet, um die 12 zu wiederholen. Diese Zeit war das Beste, weil ich mich auf mich konzentrieren konnte. Keinen Druck mehr verspürt habe.
Ende April die Einweisung. 3 Monate war ich insgesamt in der Klinik für Kinder und Jugendliche. Habe dort viel gelernt und die beste Therapeutin der Welt kennen gelernt. Zwar gab es auch viel Zoff untereinander und auch dort litt ich vermehrt an Liebeskummer (2 Mal unglücklich verknallt). Nach der Klinik ritzte ich mich noch ein paar Mal, aber danach war Schluss. Einfach so.

2015: Habe mein Abi gemacht und angefangen ein FSJ zu machen. Habe jedoch festgestellt, dass das einfach nichts für mich ist mich um andere Menschen zu kümmern. Dafür bin ich doch selbst zu vorbelastet und konfus. 😂
Habe aber auch mit psychisch erkrankten Menschen gearbeitet. Als ich die Stelle annahm, dachte ich, dass das kein Problem wird.

2016: Mein FSJ habe ich frühzeitig beendet und nun habe ich noch mehr als einen Monat Zeit bis meine Ausbildung oder das Studium beginnt. Auch habe ich festgestellt, dass ich doch eine psychologische Therapie brauche und wenn sie mir begleitend ist, weil ich mich wieder vermehrt depressiv fühle. Deswegen bin ich gerade auf der Suche nach einer netten Therapeut-in. 😊

Oh man. So ein langer Text und dabei habe ich den bereits gekürzt. Aber 4 Jahre sind einfach lang. In der Zeit wurde ich von einem Mädchen zu einer 'Fast-Frau'. Und ab nun geht es hoffentlich nur noch bergauf.

Montag, 18. Juli 2016

Lieber Freund,

Du kannst Dir wahrscheinlich nicht mal im Ansatz vorstellen, wie es mir gestern ergangen ist.
Deine morgendliche Nachricht blieb einfach aus und online warst Du bereits seit dem Abend davor nicht mehr. Mein Stolz verbot es mir jedoch Dir zu schreiben, weil ich im Moment so wenig das Gefühl habe, dass du mich noch liebst, dass ich nach jedem Bisschen Aufmerksamkeit lechze.

Den gesamten Tag schaute ich ständig aufs Handy und wunderte mich zunächst, dass Du selbst am Mittag nicht geschrieben hast und spätestens am Abend machte ich mir richtig Sorgen. Stellte mir vor, dass du Zuhause umgekippt bist oder Dich ausgeschlossen hattest. Die abscheulichsten Dinge schossen mir in den Kopf und dennoch war ich mir irgendwie sicher: "Die letzten Male, in denen ich mich genauso sorgte, war nie etwas passiert. Du hast einfach zu lange gezockt und das Handy vergessen." Mich vergessen...

Nun gut, also lenkte ich mich ab. Wechselte alle 30 Minuten zwischen Zeitschrift, Buch und Manga; schaute Shopping Queen und knüpfte wie eine Besessene ein Armband für meine Mutter. Hauptsache Ablenkung, Hauptsache die Stimmen stoppen.

Als du dich dann um 20 Uhr endlich meldest schreibst du bloß:
"Hey Schatz, war den ganzen Tag ohne Handy beim Fußball und hab es bei XYZ gelassen. Wie war dein Tag so? ♥"
Danke, dass ich mir wie vermutet umsonst Sorgen gemacht habe.
Danke, dass du es nicht für nötig gehalten hast mir Bescheid zu sagen.
Danke, dass du einen tollen Tag hattest - ohne mich - und ich Zuhause rumgetigert bin und mit meinem Kopf zu kämpfen hatte.

Statt dass du mit mir darüber sprichst, dass ich dich bei unserem letzten Treffen nicht küssen konnte und Du Dich erkundigst, was zur Zeit nicht stimmt, lächelst du alles weg und tust so, als wäre nichts. Klassische Verdrängungstaktik oder einfach Desinteresse. Beides tut weh.

Warum bist du eigentlich noch mit mir zusammen? Du musst doch gemerkt haben, dass das nicht mehr passt. Spätestens als ich Dich bat mich in den Arm zu nehmen, wenn es mir (mal wieder) schlecht geht und ich weinen muss.
- Auch wenn der Grund eine Diskussion zwischen uns sein sollte, bräuchte ich die Gewissheit das alles wieder gut wird und das Gefühl, dass Du mich auch mit meinen Fehlern liebst. -
Aber du sagst bloß, dass Du das einfach nicht immer könntest und es Dir aufgefallen sei, dass ich "ständig bei dir weinen würde und Du das bei mir nicht machen würdest und es deswegen nicht nachvollziehen könntest".
Dabei habe ich Dir so oft erklärt, dass das mit der Krankheit zu tun hat und Du mir auch alles erzählen könntest...
Aber darauf gingst Du nicht ein, schließlich könnte ich mit deiner Vergangenheit nicht umgehen.

Dass das auch ich bin: unsicher, schlecht gelaunt, zickig, traurig, moralisch deprimiert;
Bei Dir weinen kann, weil ich Dir bedingungslos vertraue. Aber selbst das hast Du nicht verstehen können.

Wäre das überhaupt eine Beziehung? Wenn ich mich immer verstellen müsste: Nur noch glücklich, fröhlich und lustig drauf sein dürfte?
Wie lange würde das gut gehen, bis sich mein Ich aus seinem Käfig befreien würde?
Willst du so eine verlogene Puppe, die gar nicht richtig lebt?

In Liebe,
Deine (noch) Freundin

Sonntag, 17. Juli 2016

Zwischen den Gesichtern

Hi

Mein erster Blog hieß 'Zwischen den Gesichtern', weil ich damals das Gefühl hatte aus mehreren Menschen zu bestehen und komplett dem Borderline verfallen zu sein (ich weiß nicht wirklich, ob es Borderline war, aber ich musste dieser Zeit einen Namen geben).
Doch da ich meinem damaligen und psychisch-instabilen Ich nichts mehr zu tun haben möchte, habe ich den Blog gelöscht. Als Tribut an ihn jedoch den Namen vorerst behalten.

Da ich mein FSJ frühzeitig beendet habe, um noch ein wenig Zeit für mich zu haben, passiert mir zur Zeit einfach fast nichts. Ich lese Manga auf Manga, schaffe es aber nicht mich dazu zu überreden vielleicht mal etwas mit Freunden zu unternehmen. Einerseits leide ich darunter, aber andererseits traue ich mir längere Gesellschaft irgendwie nicht zu. Nicht, dass ich schlechte Freunde hätte, ganz und gar nicht! Aber da ich ja die Diskussion mit einer Freundin hatte, zweifle ich vermehrt an mir und meiner Ich-bin-eine-gute-Freundin-Fähigkeit.
Da ich auch noch meine Probleme mit meiner Beziehung habe, ist mein Selbstwertgefühl einfach im Keller...

Dabei war gestern ein schöner Tag. Gemeinsam mit meiner Mama und ihrem Freund war ich Shoppen. Es war herrlich, weil ich jetzt 3 neue Röcke besitze (Im Moment versuche ich mich weniger sportlich anzuziehen. Ich habe es satt immer Jeans und T-Shirt zu tragen, um nicht aufzufallen.).
Dennoch ist die Freude über gestern schon wieder komplett verflogen und ich sitze hier, weiß nicht wohin und werde wahrscheinlich letztendlich doch wieder den ganzen Tag lesen...

Und jetzt ist selbst der Post komplett unstrukturiert. 😢
Ich bin einfach fertig im Moment.

Donnerstag, 14. Juli 2016

"Du bist egoistisch"

In meiner Vergangenheit gibt es einen schwarzen Fleck, was bedeutet, dass ich damals mit psychichen Problemen zu kämpfen hatte.
Mittlerweile hat sich das gelegt, aber es gibt immer wieder Tage (zurzeit vermehrt), an denen ich mich schlecht fühle oder bereits die kleinsten Pannen meine Laune in den Keller rasseln lassen.

Letzte Woche gab es wieder so einen Tag:
Gemeinsam mit einer Freundin wollte ich zunächst in die Stadt gehen und mir süße Röcke/ Shirts/ Kleider kaufen und habe auch einige Dinge gefunden, die ich dann anprobiert habe (nur leider saßen die Sachen überhaupt nicht oder trugen stark auf 😢). Als kleinen Zwischenstopp gingen wir daraufhin zu einem Supermarkt und ich habe mir das erste mal so richtig teuren und gekühlten Smoothie gegönnt. Nur leider ist der nach den ersten Metern aus der Flasche und in meine Tasche geflossen.
Da war die gute Laune so richtig im Eimer. Zuerst die aussichtslose Suche nach Klamotten und dann auch noch so etwas. In einem Café habe ich die Tasche notdürftig gewaschen und mit Hilfe eines Händetrockners relativ trocken bekommen.
Aber der Tag war für mich gelaufen und da ich mich in solchen Situationen am liebsten ins Bett  verkrieche, habe ich mich nach einer überredeten Portion gebratener Nudeln von meiner Freundin verabschiedet.

Als ich ihr heute eine Memo schickte und beschrieb, dass ich zurzeit an meiner Beziehung zu meinem Freund zweifle, antwortete sie damit, dass ich zur Zeit häufig mehr an mich, als an andere denke und ich an meinen Freund zu hohe Erwartungen stellen würde. Auch erklärte sie mir, dass ich mich oft aus Situationen lieber rausziehen würde, statt aktiv dagegen anzugehen, um meine Laune zu heben. Vor allem gestand sie mir, dass sie gekränkt und zornig darüber gewesen wäre, dass ich sie nach weniger als 2h wieder allein gelassen habe, obwohl wir noch gemeinsam einen Film bei ihr schauen wollte...
Außerdem riet sie mir, dass ich entspannter mit meinem Leben umgehen müsste.
Alles gab sie nur zögerlich von sich und versicherte mit mehrmals, dass sie mich nicht verletzen wolle.

Dennoch stellte ich mir daraufhin die Frage, ob ich egoistisch sei...
Diese Frage macht mich traurig, um ehrlich zu sein. Es tut nämlich weh gesagt zu bekommen, dass man seine Freunde mit seinem Verhalten verprellt und ihnen weh tut. Außerdem fühle ich mich dadurch unsicher und zweifle noch mehr an mir...
Mir selbst ist auch bewusst, dass ich an menschlichen Beziehungen immer weniger arbeite und am liebsten alleine bin... Aber ich weiß einfach noch nicht, wie ich mich in Situationen, in denen ich mich hilflos und verletzlich fühle, verhalten muss, damit es wieder besser wird... Und außerdem möchte ich meine Freunde nicht mit meiner schlechten Laune belasten und nerven.

Daraufhin habe ich meinen Mut zusammen genommen und meiner Freundin gestanden, dass ich mit ihr nicht so gut reden kann, wenn es mir schlecht geht und ich lediglich mit meinem Freund und meiner Mutter wirklich frei sprechen kann. Nun warte ich auf ihre Antwort...

Mittwoch, 13. Juli 2016

Wenn das Verknalltsein flöten geht...

Hello

Gerade tut mein Herz ein wenig weh.
Wer meine Seite 'Arina' gelesen hat, weiß, dass ich seit etwa 1,5 Jahren eine Beziehung mit einem wundervollen Jungen führe.
Nur ist es mittlerweile so, dass er in meinen Augen weniger oft schreibt und selten zeitnah antwortet... Natürlich ist das normal und eigentlich ist alles andere vollkommen in Ordnung: ich weiß, dass er mich liebt und absolut treu ist.
Aber als Mädchen fühle ich mich verletzt, weil es sich für mich anfühlt, als sei ich unwichtig für ihn. Auch habe ich dadurch das Gefühl, als wäre es für ihn 'gleichschön' mit oder auch ohne mich in seiner Nähe.
Ist das normal? Ist das gemein von mir? Habe ich (mal wieder) zu hohe Erwartungen?

Meine Mutter meinte einmal zu mir "Wir Frauen verlieben uns nicht nur in den Charakter eines Mannes, sondern auch in die Art und Weise, wie er mit uns umgeht."

Das finde ich irgendwie sehr weise und es stimmt auch, dass ich mich damals in seine Bemühungen verliebt habe eine leckere Lasagne bei unserem ersten Date zu kochen. Oder mir zwar das Gefühl zu geben, dass er mich mag, aber dabei nicht aufdringlich zu wirken. Wie wir uns das erste mal auf die Couch setzten und Stück für Stück näher rutschen; vorsichtig unsere Hände zueinander fanden und sich umeinander schlossen.

All das fühlt sich für mich an, als sei es eine Ewigkeit her und der Mensch von damals nicht mehr da.

Heute hat er mich seit langer Zeit mal wieder angerufen und gefragt, ob wir uns sehen würden... Aber dennoch habe ich Angst davor.

Zunächst haben wir ganz normal telefoniert und darüber gesprochen, was er nun studieren möchte und sich rausgesucht hat. Danach kam noch ein wenig Smalltalk hinzu und ich sagte ihm, dass ich am Samstag mit meiner Mum und ihrem Freund Shoppen gehen werde, da ich unbedingt ein Kleid kaufen möchte. Daraufhin entgegnete er lediglich, dass ich also nicht mit Wolfgang und ihm am Samstag Kaffee trinken wolle?!

- Wolfgang ist eine Art Vaterfigur für meinen Freund, da sein richtiger Vater bereits verstorben ist. -

Nun, wir hatten seit mehreren Tagen lediglich über WhatsApp Kontakt und von Wolfgang hat er mir nichts erzählt und da ich glaubte, dass er mich auch die restlichen Tage der Wochen nicht fragen würde, ob wir uns sehen, habe ich mich mit meiner Mutter verabredet.
Deshalb sagte ich meinem Freund, dass das mit Wolfgang am Samstag nichts wird...
Daraufhin entgegnete er, dass er Sonntag wahrscheinlich mit Kumpels Fußball spiele wolle und es für mich wahrscheinlich zu stressig sei heute noch zu ihm zu fahren, wenn ich Samstag früh los muss.

Zwar konnte ich mit ihm noch abmachen trotzdem heute zu ihm zu fahren, aber es wirkt nicht wie ein Treffen unter Verliebten, sondern viel kälter... Als ich vorschlug ihm zu schreiben, sobald ich vom Sport losfahren würde, entgegnete er, dass das eine gute Idee sei und er dann die Affären durch den Kamin wegschicken könne.
Dass das ein Scherz war, muss ich wohl nicht sagen, aber trotzdem tat es weh. Solche Späße habe ich auch oft gebracht, aber immer mit einem sofortigen Zurückrudern und sagen: "War bloß ein Scherz. Du bist der Einzige für mich."

Deswegen kann ich mich auch gar nicht richtig auf heute Abend freuen, weil ich glaube, dass wir uns langsam auseinanderleben und ich mittlerweile gar nicht mehr weiß, wie das noch weitergehen soll.
Früher er war er immer mein erster Ansprechpartner bei Problemen oder so, aber jetzt fühle ich mich ihm gegenüber immer fremder...

Montag, 11. Juli 2016

Mein Schwarm Ikuto

Kuckuck :)

Damals, als jüngeres etwa 14-jähriges Mädchen, habe ich den Manga über die 'Schutzgeister' gelesen und mich total in Ikuto verknallt.
- Bei ihm handelt es sich quasi um den männlichen Gegenpart zur Protagonistin. -
Er wirkte zu jener Zeit mit seinen 17 Jahren irgendwie reif und erwachsen, da er ein ruhiges Wesen hatte und doch frech war und sich genommen hat, was er wollte. Für ihn schien es unfassbar leicht das Mädel im Manga einfach zu umarmen, an sich zu drücken und ihr zu sagen, dass er sie mag. Wirklich sehr mag. Und dass ohne Rot zu werden, wie es in Mangas sonst viel eher der Fall ist.
Noch hinzu kommt seine katzenähnliche Art: Sein Schutzgeist sorgt zum Beispiel dafür, dass er bei seiner Verwandlung Katzenohren bekommt. Auch kuschelt er sich ins Bett ein, wie eine Katze, mag es den Kopf auf den Schoß des Mädchens zu legen und dann gekrault zu werden. Dabei wirkt er jedoch auch verletzlich und süß. Deswegen habe ich ihn damals ein wenig angehinmelt und mir gewünscht einen Freund mit diesen oder zumindest vergleichbaren Charaktereigenschaften zu haben.

Der 'Katzencharakter' mag ungewöhnlich klingen, aber in der Geschichte wirkt Ikuto unnahbar und unfassbar cool. Auch ist es nicht merkwürdig, dass er einer Katze gleicht, sondern es passt zum Manga.

Sonntag, 10. Juli 2016

Traumwelt

Hey...

Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll. Der erste Eintrag ist doch immer der Schwierigste. Und eigentlich ist es für mich auch viel zu spät. Die Müdigkeit überfällt mich regelrecht, aber ich bin mit dem Manga wie festgeklebt. Er handelt von kleinen 'Geistern', die das Wunsch-Ich einiger Menschen verkörpern und den Menschen helfen ihre Träume zu verwirklichen.
Als ich den Manga das erste mal las, wollte ich auch einen solchen 'Schutzgeist' haben, der auf mich aufpasst und mich unterstützt. Aber so etwas existiert nur in der Fantasie und davon habe ich leider zu wenig...
Dabei habe ich viel zu oft Angst meine Träume zu vergessen und 'erwachsen' zu werden.

Deswegen werde ich jetzt weiter lesen und mich in die Traumwelt der Geschichte flüchten. 🐥