Mittwoch, 30. November 2016

Wenn ich schreibe...

... Dann fühlt sich das an wie 1000 Schmetterlinge um mich. Sie fliegen davon, fliegen im Kreis und strahlen eine Leichtigkeit aus. Jedes mal wenn meine Finger über die Tastatur gleiten, spüre ich mich selbst und entdecke mein Inneres. Dann verstehe ich mich und meine Gefühle besser, denn sie in Worte zu fassen bedeutet sie zu erkennen.

Wenn ich also mit Worten erkläre, dass ich Sehnsucht habe, aufgewühlt oder glücklich bin, dann suche ich Bilder zum Beschreiben. Dann suche ich nach den passenden Worten, um sie miteinander zu verbinden und etwas zu schaffen, das mir gefällt.

Worte... Wörter... Sätze...
Das etwas so Einfaches, was tagtäglich Millionen und Milliarden von Menschen in den unterschiedlichsten Sprachen tun, einander verbinden kann und die Möglichkeit schafft etwas zu kreieren... Darüber wundere und freue ich mich immer wieder.

Schreiben gibt mir das Gefühl zu leben!

Dienstag, 29. November 2016

Ein Plan

In der Nacht welzte sie sich unruhig hin und her. Die gesamte Zeit musste sie an Philipp denken; eine solche Sehnsucht hatte sie nach ihm. Müde öffnete sie die Augen.
Morgen werde ich mit ihm zusammen eine Stück gehen können. Schließlich muss ich in die gleiche Richtung zu meinem Auto wie er.
Die ganze Zeit stellte sie sich vor, wie sie sich ganz alleine mit ihm unterhalten könnte. Ohne Lena oder irgendein anderes Mädel. Auch sein guter Kumpel aus der Klasse könnte nicht stören.
"Ach verdammt!", dachte sie. Nur seine tiefe Stimme in ihren Gedanken zu hören fühlte sich schön an. Sie berührte ihr Herz durch diese samtige Wärme.
Sie stellte sich vor, wie sie ihm zu verstehen geben könnte, dass sie ihn mag. Selbst wenn sie nur gute Freunde würden, wäre sie bereits glücklich. Ihm sagen, dass sie ihn gerne besser kennen lernen würde. Auch wollte sie wissen, was er an Lena so toll findet.
Mittlerweile hatte sie eingesehen, dass mehr als Freundschaft wohl nicht entstehen könnte... "Aber warum? Bin ich nicht gut genug?", schoss es ihr in den Kopf. Ob sie ihn so etwas fragen könnte, überlegte sie. Wahrscheinlich besser nicht.
Aber wenn man einen Menschen  mag, dann muss man ihm das auch sagen und zeigen, sonst versteht er es nicht!

Daher nahm sie sich für den nächsten Tag vor mit ihm zu reden. Erst einfach nur Smalltalk über die Ausbildung, Pläne für das Wochenende und so halten.
Doch wenn sich ihre Wege trennen werden, wollte sie ihm zum Abschied sagen: "Vielleicht werden wir ja noch gute Freunde. Ich würde mich auf jeden Fall freuen."
Dann würde sie gehen. Nicht auf eine Reaktion warten, das wäre ihr zu nervenzerreissend.
"Ob ich das schaffen werde?", fragte sie sich und schlief mit diesem Gedanken ein.

Freitag, 25. November 2016

Mutlos

Entschlossen marschierte sie zur Schule. Von einem plötzlich aufgetauchten Schauer durchspült erreichte sie den Haupteingang und stockte.
Durch die Glastür erblickte sie ihn. Lachend stand er da und unterhielt sich mit einem Schulkameraden. Beide schienen sie nicht wahrzunehmen. Kurz bevor sie die Tür aufstoßen konnte, zuckte sie zurück. Er sah sie an. Nur ganz flüchtig, aber intensiv.
Doch in dem Moment klingelte es zur nächsten Stunde und Philipp verschwand in Richtung Klassenzimmer.
Sie stand immer noch reglos im Eingang... Tief atmete sie ein und wieder aus. Ein und wieder aus, bis ihre Füße sie schließlich nach Hause trugen...

Als sie dort ankam, ließ sie ihre Tasche fallen und lief ins Bad. Ihr gesamter Körper lechzte nach Wärme und dem Duft von Duschgel und Shampoo.
Erneut prasselte Wasser auf sie nieder, aber dieses Mal war es anders. Es ließ sie Zeit und Raum vergessen.

Mittwoch, 23. November 2016

2. Chance fürs Herz

Obwohl es ein schöner Herbst-Tag war, saß sie alleine auf der Bank im Park. Rote und gelbe Blätter an den Bäumen fielen in kleinen Kurven zu Boden und gesellten sich zu den vielen Pfützen. Die Sonnenstrahlen erwärmten zwar ihr Gesicht, aber ihr Herz konnten sie nicht erreichen. Sie fror, zog ihre Beine noch enger an ihren Körper und schluchzte bitterlich.
Ihr Herz hatte sich in den letzten Tagen zunehmend verändert. Es klopfte unaufhörlich bei ihren Gedanken an Phillipp. Wie er sie gestern angesehen hatte, sein Zwinkern beim Abschied. Lange kannte sie ihn noch nicht. Erst seit einem Monat gingen sie zur selben Schule, um ihr Ausbildung zu machen. Dort saß er schräg hinter ihr neben einem guten Freund von ihr. Deswegen konnte sie sich immer umdrehen ohne Verdacht zu erregen. Quatschen mit ihm bedeutete in der Regel auch Kontakt zu Phillipp...
Mittlerweile fiel ihr auf, dass er häufig mit Lena zur Bushaltestelle ging und von dort aus weiter zu sich nach Hause. Selbst als Lena den Klassenraum zeitiger mit einer Freundin verlassen hatte, beschleunigte Phillipp seine Schritte und holte sie ein.

Stich, Stich.

Ihr Herz brannte bei dem Gedanken daran, wie sich Lena und Phillipp unterhielten. Wie er bei ihr lachte und lockerer drauf war.

"Lass die Finger von ihm!", befahl ihr eine innere Stimme. Sie wusste, das Phillipp dem Menschen ähnelte, der die größte Narbe auf ihrem Herzen hinterlassen hatte. Daran erinnere sie die Stimme jedes Mal aufs Neue, um sie zu beschützen.

Entschlossen wischte sie ihre Tränen weg.
"Wollen wir doch erst mal sehen, ob das nicht vielleicht doch eine neue Chance für mich ist! Vielleicht ist Phillipp da, um mit Sascha endlich abzuschließen?!", dachte sie bei sich und ging zur Schule.