Sonntag, 6. August 2017

Darf ich mich an dich erinnern?

Ich wusste dass du kommen würdest, aber nicht wann.
Und dann hab ich dich gesehen und zunächst nur an der Badehose erkannt. Kein Stück hast du dich verändert, bist höchstens noch süßer geworden.
Aber ich dachte diese Gedanken wären vorbei...

Wir sahen uns später kurz mit unseren Familien und du hattest wieder dieses Lächeln im Gesicht. Doch ich wollte bloß weiter; nicht daran erinnert werden, wie ich das letzte Mal so darunter gelitten habe dich nicht wieder sehen zu können...
Aber das hast du nicht zugelassen.

Ich weiß nicht wie lange du mich beobachtet hast, aber plötzlich bekam ich eine Nachricht von dir: ich solle doch mal nach oben links gucken.
Von der Show hab ich daraufhin nichts mehr wirklich mitbekommen. Stattdessen: schüchternes Winken und lächelndes Schreiben.

Okay, dann haben wir dieses Mal eben mehr Kontakt, schließlich war Caro von letztem Jahr nicht dabei.
Doch durch gelegentliches Quatschen entwickelte sich erneut der Lebensgeist meines Herzens zurück und verwandelte mich in ein aufgeregte Seele, Die sich nach dir sehnte.
Was habe ich mich gefreut, als du dich mit mir an der Bar treffen wolltest.
"Bitte, lass alles gut gehen und mich mit ihm quatschen!", war mein einziger Gedanke.
Und das taten wir: redeten über dies und das und vor allem halfst du mir durch deine lieben Worte entspannter zu sein.
Kurz dachte ich, dass ich dieses Jahr Caro sein dürfte, aber dem war nicht so.
So gerne ich Pascal und Justin mag, ich war plötzlich irgendwie außen vor als Mädchen.

Wobei mir das Kartenspielen mit euch dreien total gefallen hat. Nach anfänglichen Konversationsschwierigkeiten hab ich mich später umso mehr kaputt gelacht.
Mein größter Wunsch: Wiederholung!

Kam zwar anders als erwartet, aber auch mit unseren und den anderen Familien Tischtennis zu spielen war toll.
Vorsichtig näherte ich mich dir und versuchte auch mal kurz mit dir alleine zu reden, aber das klappte viel zu selten.

Deswegen: Liege neben deine stellen! Und dann hast du mir einfach so ein Getränk mitgebracht, wusstest, was ich mag. Wie lieb von dir!
An meinem letzten Tag habe ich dann all meinen Mut zusammengenommen, den ich nur irgendwie aufbringen konnte und habe dich erst nach einer möglichen Freundin gefragt und später gesagt "überleg dir mal, warum ich das gesagt habe". Ich glaube spätestens da hat es bei dir 'klick' gemacht und du hast mich verstanden.
Mehr traute ich mich nicht, vor allem weil du daraufhin eher im Hintergrund geblieben bist.
Über das Schreiben habe ich dann erfahren, dass du nichts Festes suchen würdest und dein Leben dir zur Zeit gut gefällt.

Tja, spätestens da ging bei mir etwas zu Bruch. Warum bin ich nicht so für dich, dass dir deine Freiheit egal Ist? Du hast mich also so überhaupt nicht gesehen und das hat mich ein kleines bisschen kaputt gemacht. Mal wieder...
Aber ich kann dich trotzdem auch irgendwie verstehen.
Habe ich jetzt alles falsch gemacht oder war es richtig? Wäre es so oder so darauf hinausgelaufen?
Ich gebe dir jetzt erst mal Zeit deinen Urlaub noch zu genießen, aber danach werde ich dich trotzdem noch mal fragen, ob wir uns mal sehen könnten.
Unverbindlich und erst im Herbst, versteht sich.
Trotzdem möchte ich dich gerne wieder sehen, nicht erst nächstes Jahr!

Ich werde in den nächsten Tagen wahrscheinlich immer wieder weinen und traurig sein, aber ich bin dir auch dankbar dafür, dass du mich mein Herz hast fühlen lassen. Ich wusste in den letzten Wochen überhaupt nicht mehr, was ich überhaupt fühle und was mir mein Herz sagen wollte, aber jetzt fühlt es sich zumindest wieder lebendig an, auch wenn es nicht positiv pocht.

Montag, 1. Mai 2017

Vergiss mein nicht

Ich war über das lange Wochenende bei meinem Freund und es war einfach schön.
Zwar musste ich auch viel lernen, da in einer Woche eine große Prüfung ansteht, Aber war das erst einmal erledigt, hatten wir Zeit für uns.

Wir sind beide nicht unbedingt Menschen, die viel unternehmen müssen, um glücklich zu sein.
Gerade durch den Stress der Prüfung brauche ich absolutes Gammeln am Wochenende.
So saßen wir zusammen auf der Couch und haben Filme geguckt oder ich habe ihm beim Zocken zugeschaut. Hört sich langweilig an, aber es war spannend und ich konnte ihm nur durch das Zuschauen vereinzelt helfen.

Jetzt bin ich wieder Zuhause und fühle mich einsam. Sobald wir beide länger als über eine Nacht Zeit miteinander verbringen, gewöhne ich mich an das Gefühl ihn um mich zu haben und genieße die Zweisamkeit. Es ist schwierig zu erklären, aber wir verstehen einander; haben unsere eigene gemeinsame Sprache entwickelt.
So wie bei ihm, fühle und verhalte ich mich selten bei anderen Menschen: es ist, als würde ich impulsiver sein und einfach reagieren ohne darüber nachzudenken.
Auch sonst trage ich mein Herz auf der Zunge, aber dennoch verhalte ich mich nur bei ihm so ausgelassen.

Und das fehlt mir jetzt.
Weil ich Zuhause bin.
Weil das lange Wochenende vorbei ist.
Weil morgen wieder die Schule losgeht.
Weil wir uns erst Sonntag wieder sehen können.

Nur zusammen sind wir perfekt.

Mittwoch, 15. März 2017

Blutendes Herz

Leider wurde dieser Ausdruck schon so oft missbraucht, dass er gar nicht mehr das aussagt, was ich damit sagen möchte.
Aber im Moment weiß ich es nicht besser zu beschreiben.

Philipp hat sich gestern nicht gemeldet. Er war nicht da und ich hatte ihm den Unterrichtsstoff als Nachricht geschickt. Nicht mehr, nicht weniger.
Heute in der Schule haben wir kein Wort miteinander gewechselt. Nicht eines und ich habe ihn wie Luft behandelt. Anders weiß ich mir nicht mehr zu helfen. Allerdings hat meine Freundin und Sitznachbarin ihn leider zu einer Aufgabe gefragt und mein einziger Gedanke: "Bitte nicht. Warum kannst du mit ihm sprechen. Warum erklärt er dir alles so ruhig und gelassen und ich bin ihm zu egal, um ein Danke zu schicken? Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich zu schlecht für ihn? Warum ist er fies zu mir?"
Leider mag ich ihn. Seine Stimme ist der Hammer und sein Kleidungsstil entspricht meinem Geschmack. Abgesehen von den Äußerlichkeiten hat er Humor und ist intelligent und manchmal auch irgendwie liebevoll. Mein Kopf weiß, dass ich ihm egal bin, dass ich ihm nicht hinterherrennen sollte, dass mein Freund toll ist. Aber dieses Ding in der Brust versteht es nicht und sehnt sich danach von ihm berührt zu werden.

Wahrscheinlich kann sich kein Mensch vorstellen, dass es mir wirklich schlecht geht mit dem Verknallt-Sein und wahrscheinlicher ist es so, dass mich andere als das Miststück sehen, dass einen Freund hat und trotzdem anderen Kerlen hinterherschaut.
Ich weiß, dass das furchtbar ist und ich verurteile mich dafür auch selbst die ganze Zeit. Aber ich kann nichts dafür. Wirklich nicht!

In meiner gesamten Beziehung mit meinem Freund, immerhin 2,5 Jahre, habe ich ihn niemals betrogen und erzähle ihm auch alles. Meinen besten Freund hat er kennen gelernt, dass ich ab und zu mit meinem Ex-Freund schreibe weiß er und ich bin immer ehrlich. Nur bei Philipp nicht.
Schließlich möchte ich ihn nicht verletzten. Das wäre nicht fair und nur weil ich gerade mit irgendwelchen Gefühle zu kämpfen habe, muss ich das schließlich nicht an ihm auslassen!

Die meiste Zeit verstehe ich mich selbst nicht und habe das Gefühl "böse" zu sein. Ein schlechter Mensch zu sein.
Dabei versuche ich doch bloß glücklich zu sein und nicht ständig diesen Gefühlen ausgesetzt zu sein.

Stell dir vor du träumst. Du gehst mit deinem Freund spazieren und dann sind da plötzlich andere Menschen, die dich anrempeln. Beim ersten und zweiten Mal wunderst du dich noch und schimpfst, als du kurz stolperst. Dein Freund lacht nur.
Ihr geht weiter und immer öfter strauchelst du und dein Freund hält dich bereits für verrückt. Erst da achtest du auf die Menschen. Es sind alles Menschen, die dich irgendwie verletzt haben. Aber dein Freund kann sie nicht sehen...
Und dann kommen mehrere auf einmal. Du hast Angst und blaue Flecken an den Knien. Dein Freund lässt dich los und geht langsam ein paar Schritte zurück. Er sieht erschrocken aus und löst sich vor deinen Augen auf, als du nach ihm greifst.
Die drei werden schärfer vor deinen Augen und kommen immer näher. Mit jedem Schritt wirken sie größer und das Einzige, was du fühlst, ist Angst. Du fühlst dich alleine. Den Gestalten ausgeliefert.
Du schreist.
Als sie nur noch einen Meter von dir entfernt sind, schreist du so laut, dass es dich wie eine graue stürmische Wolke umgibt.
Dann fällst du in Ohnmacht. Alleine und machtlos.

Das möchte ich nicht. Meinen Gefühlen ausgeliefert sein und das zu verlassen, was für mich doch eigentlich so wichtig ist...