Obwohl es ein schöner Herbst-Tag war, saß sie alleine auf der Bank im Park. Rote und gelbe Blätter an den Bäumen fielen in kleinen Kurven zu Boden und gesellten sich zu den vielen Pfützen. Die Sonnenstrahlen erwärmten zwar ihr Gesicht, aber ihr Herz konnten sie nicht erreichen. Sie fror, zog ihre Beine noch enger an ihren Körper und schluchzte bitterlich.
Ihr Herz hatte sich in den letzten Tagen zunehmend verändert. Es klopfte unaufhörlich bei ihren Gedanken an Phillipp. Wie er sie gestern angesehen hatte, sein Zwinkern beim Abschied. Lange kannte sie ihn noch nicht. Erst seit einem Monat gingen sie zur selben Schule, um ihr Ausbildung zu machen. Dort saß er schräg hinter ihr neben einem guten Freund von ihr. Deswegen konnte sie sich immer umdrehen ohne Verdacht zu erregen. Quatschen mit ihm bedeutete in der Regel auch Kontakt zu Phillipp...
Mittlerweile fiel ihr auf, dass er häufig mit Lena zur Bushaltestelle ging und von dort aus weiter zu sich nach Hause. Selbst als Lena den Klassenraum zeitiger mit einer Freundin verlassen hatte, beschleunigte Phillipp seine Schritte und holte sie ein.
Stich, Stich.
Ihr Herz brannte bei dem Gedanken daran, wie sich Lena und Phillipp unterhielten. Wie er bei ihr lachte und lockerer drauf war.
"Lass die Finger von ihm!", befahl ihr eine innere Stimme. Sie wusste, das Phillipp dem Menschen ähnelte, der die größte Narbe auf ihrem Herzen hinterlassen hatte. Daran erinnere sie die Stimme jedes Mal aufs Neue, um sie zu beschützen.
Entschlossen wischte sie ihre Tränen weg.
"Wollen wir doch erst mal sehen, ob das nicht vielleicht doch eine neue Chance für mich ist! Vielleicht ist Phillipp da, um mit Sascha endlich abzuschließen?!", dachte sie bei sich und ging zur Schule.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen