Donnerstag, 22. Dezember 2016

Ich: das Monster in mir

Seit etwa einem halben Monat kommt wieder dieses Wesen in mir zum Vorschein. Genau beschreiben kann ich es nicht. Für mich fühlt es sich so an wie ein zweites Ich. Also ein kleines Wesen, dass sich irgendwie wieder an die Oberfläche gekrabbelt hat. Aus meinen eigenen Tiefen.
Und seitdem es wieder da ist, vibriert mein Körper, wenn mein Geist zu schwach ist, um das Wesen zu unterdrücken. Dann sorgt es für ein flaues Gefühl im Magen und Luftnot. Mein Ich tritt dann plötzlich in den Hintergrund. Stattdessen übernimmt das Wesen meinen Körper und zwingt ihn dazu Trauer zu empfinden oder sich vor Anspannung übergeben zu wollen... Gefangen in meinem eigenen Körper kämpfe ich dagegen an. Versuche das Wesen wegzusperren und es zu schlagen. Es soll doch einfach nur gehen und nie wieder kommen!
Aber nach so vielen anstrengenden Tagen schafft mein Kopf es dann nicht mehr das Wesen zu unterdrücken und in Ketten zu legen. 

Am liebsten würde das Wesen dann auch den nächsten Schritt machen und zum Monster mutieren. Dieses Monster wäre zu allem bereit. Ob Schlagen, Ritzen oder andere Menschen verletzten. Dann ist es im Modus der Selbstzerstörung und will alles Zerstören, was mir wichtig ist und es nimmt keinerlei Rücksicht auf Verluste. Dann genügt es nicht mehr nur dazusitzen und zu zittern. Dann möchte es mir am liebsten alles Aufschneiden und das Blut fließen lassen. Tränen fließen lassen und mein Leben wieder zerstören. Genauso wie vor 5 Jahren bereits das erste mal. Erst nach 3 Jahren habe ich es geschafft wieder normal leben zu können.
Aber wahrscheinlich will mich das Monster wieder ganz unten sehen. In den absoluten Tiefen meiner Psyche verrecken lassen.
Jedes Mal ist es ein solcher Kampf nicht dort zu versinken. Jedes Mal dieses Kämpfen mit mir selbst. Jedes Mal die Angst zu versagen. Jedes Mal die Angst doch zu schwach zu sein, Blut fließen zu lassen und wieder in eine Klinik gehen zu müssen.
Bin ich denn so schwach?

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